Inklusion in Landshut nach der UN-Konvention

Bildung & Kultur

Arbeitsgruppe der Lokalen Agenda 21 informiert sich

Die Arbeitsgruppe "Erziehung-Bildung-Gesellschaft" der Lokalen Agenda 21 beschäftigte sich im letzten Treffen mit dem Thema „Inklusion an Landshuter Schulen“. Wie schaut es mit der Umsetzung aus.
Als fachkompetente Experten folgten der Einladung des Sprecherteams Irene Weigl, Anja König und Helmut Dendl der Amtsleiter des Schulverwaltungsamtes, Herr Hornung und die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Landshut, Frau Dr. Omarie

Herr Hornung benannte die Fakten aus der Stadt Landshut und berichtete, dass es 147 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Bedarf, besonders in den Grundschulen- und Mittelschulen gibt und dass lediglich eine Schule den Antrag gestellt habe, eine Inklusive Schule zu werden. Dieses würde bedeuten, dass an dieser Schule eine Fachkraft nur für die Inklusion beschäftigt sein würde.
Da auch das Interesse der Landesregierung, die Kommunen bei der baulichen Anpassung der Schulgebäude mehr als Bescheiden ist, sind den örtlichen Verwaltungsämtern natürlich finanzielle Grenzen gesetzt.
Die Eltern der Kinder mit sonderpädagogischen Bedarf seien eher bestrebt, diese in Förderschulen unterzubringen, hier sein noch kein großes Umdenken erfolgt.
Frau Dr. Omarie erwähnte, dass Inklusion viel mehr darstelle als Integration von körperlich behinderten Kindern , denn das Bild der Behinderungen habe sich auch verändert. Es handle sich hier auch um Kinder, die blind, taub, stumm, geistig oder mehrfach behindert seien. Nicht einmal für körperlich behinderte Kinder seien unsere Schulen ausgerüstet, die Carl-Orff-Schule sei die einzige Schule, die vollkommen behindertengerecht umgebaut worden ist. Anderen Schulen fehlte der Aufzug für die oberen Stockwerke und/oder die Behindertentoilette. Es sei aber alles mit großem finanziellem Aufwand verbunden, denn eine Nachrüstung eines Aufzuges kostet beispielsweise 60.000 Euro und falls dieser Aufzug außen am Gebäude angebracht werden müsse ca. 200.000 Euro.
In Landshut gibt es bereits Kooperationen, Partnerklassen oder Einzelintegrationen, wobei die Einzelintegrationen sehr teuer sind. Hier kommen die sogenannten Schulbegleiter in Spiel, die sich um den Schulweg für die Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf kümmern und auch den gesamten Schultag für das Kind anwesend sein müssen. Diese Schulbegleiter werden auf Antrag für körperlich und geistig behinderte Schüler vom Bezirk Niederbayern und bei seelischer Behinderung vom Jugendamt bezahlt. Die Anwesenden waren sich sofort einig: es muss sich hierbei um ausgebildetes Fachpersonal handeln, denn nur mit einer entsprechenden Ausbildung könne das Schulbegleitermodell gut funktionieren. Fachqualifiziertes Personal muss aber auch dementsprechend entlohnt werden und hier spielen Bezirk und Jugendamt nicht so richtig mit, denn die Kostenträger wollen die Ausgaben in Grenzen halten. So ist die Entlohnung der Schulbegleiter entsprechend der Anbindung an den Träger sehr unterschiedlich.
Deshalb fordert die Arbeitsgruppe eine den Anforderungen dieser Aufgabe entsprechende Qualifizierung bei allen Trägern und damit verbunden eine Angleichung der Bezahlung.
Diese wichtigen und verantwortungsvollen Aufgaben können nicht von Ehrenamtlichen oder fachfremden Menschen übernommen werden.
In unserer Gesellschaft sind Schubladen geschaffen worden und dort wird jeder Mensch bereits in frühester Kindheit "hineingesteckt" und kommt nur schwer wieder heraus. Die Teilnehmer des Treffens waren sich einig: Die Inklusion von Kindern mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen müsse bereits frühzeitig in den Kindertagesstätten stattfinden, damit es in der Schule ganz "normal" ist, dass alle gemeinsam lernen. Ein Aussondieren in Förderschulen ist keine Lösung. Nur wenn frühzeitig damit angefangen wird alle Menschen so in die Gesellschaft zu integrieren wie sie sind, kann auch ein Umdenken in den Köpfen erfolgen.
Die Agendagruppe "Erziehung-Bildung und Gesellschaft" bleibt bei diesem Thema am Ball und wird zur nächsten Beratung Vertreter der kommunalen Politik als auch Experten einladen, um mehr über Bedarf und Qualifizierungsstand der Schulbegleiter zu erfahren.

 
 

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