Inklusion heißt mitten drin und nicht weit weg

Soziales

SPD-Bezirkstagskandidaten im Gespräch mit der Lebenshilfe und den Landshuter Werkstätten

Altdorf. Die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Frau Dr. Omari, die Geschäftsführerin der Landshuter Werkstätten, Stephanie Brucks, und die BezirkstagskandidatInnen der SPD trafen sich und diskutierten über den Stand der Inklusion in Niederbayern, insbesondere im Raum Landshut. Dabei informierten sich die Kommunalpolitiker auch über die Arbeit mit den Behinderten und besuchten alle Abteilungen der Behindertenwerkstatt in Altdorf. Die Landshuter SPD-Vorsitzende Anja König hatte diese Diskussionsrunde organisiert, weil ihr die Inklusion besonders am Herzen liege.

Zu Beginn erhielten die Anwesenden einen Überblick über Größe und Umfang der Arbeit. Die Lebenshilfe deckt in den drei Landkreisen Landshut, Dingolfing-Landau und Kelheim das gesamte Spektrum der Behindertenarbeit ab. Ca. 750 hauptamtlich Beschäftigte betreuen rund 2000 Menschen. Der Altdorfer Standort der 6 Werkstätten wurde 1972 aufgebaut und dort werden mit 270 Personen die meisten Menschen betreut. Ziel war in den vergangenen Jahrzehnten einer gewissen Fürsorgepflicht gegenüber Menschen mit Behinderung bzw. psychischen und physischen Handicaps nachzukommen, diesen Menschen das Gefühl zu geben, dass sie trotzdem etwas leisten können und gleichzeitig genügend Betreuung zu erfahren.

Aber seit Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben hat sollte eigentlich die Inklusion im Vordergrund stehen und damit vielmehr die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. „Inklusion muss im Kindesalter beginnen und sich bis in das Erwachsenenalter durchziehen, nur wenn alle von Anfang an dazu gehören, wird es ganz normal sein.“, sagte Dr. Omari zu den Anwesenden. Der Bau der Behinderteneinrichtungen am Rand von Kommunen sei der Beweis von Ausgrenzung und die Hürden um mehr finanzielle Mittel zu erhalten für zum Beispiel Ausflüge oder Fahrten zu kulturellen Veranstaltungen erschweren eine Integration. Dabei erfülle die Lebenshilfe einen staatlichen Auftrag.

Sehr schwierig und langwierig seien die Verhandlungen mit dem Bezirk. Bezirksrätin Gudrun Peters erwiderte daraufhin, dass der Bezirkstag davon keine Kenntnis habe, es seien in den Ausschusssitzungen immer fertige Vorschläge auf der Tagesordnung, die natürlich nicht abgelehnt werden. Dass Aber die Verwaltung vorher in langen Verhandlungen die notwendigen Mittel stark nach unten drücke, gehe an den Bezirksrätinnen und Bezirksräten vollkommen vorbei. Sie schlug daher vor, dass die Träger die einzelnen Bezirkstagsfraktionen auch vorher schon mit einbinden sollten, um ihnen die Chance zu geben, sich für die Belange und Ansprüche der Träger einzusetzen. Die Landshuter SPD-Chefin und Bezirkstagskandidatin fügte noch hinzu: "Kein Wunder, dass im Bezirkstag anscheinend fast alle Anträge ohne große Diskussionen positiv abgestimmt werden, wenn den Bezirksrätinnen und Bezirksräten nicht bekannt ist, wie hoch der eigentliche Bedarf der Träger ist." Es stimme ja schließlich keiner gegen einen Vorschlag der Verwaltung, den Trägern Zuschüsse zu geben.

Die Führung durch die einzelnen Abteilungen war nicht nur für die Besucher sehr interessant. Auch die dort sehr konzentriert und fleißig hantierenden Behinderten und die Mitarbeiter vor Ort freuten sich sehr über das Interesse der Kommunalpolitiker. Stephanie Brucks berichtete auch, dass es einige ausgelagerte Arbeitsplätze direkt in den Firmen gibt, von denen die Landshuter Werkstätten Aufträge erhalten. Diese Art der Arbeit soll zur Integration in den ganz normalen Arbeitsmarkt dienen. Allerdings befürchte sie, dass dann evtl. übernommene Mitarbeiter später ausgenutzt würden als Billigarbeitnehmer für niedere Aufgaben. Hier müsse die Politik vordergründig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass für diese Behinderten ein gewisses Maß an Schutzmaßnahmen getroffen werde.

Am Ende waren sich alle einig: Unsere Gesellschaft ist auf die Inklusion nicht vorbereitet. Inklusion kostet zunächst einmal mehr Geld zu investieren. Alle Menschen sollten die gleichen Rechte haben, nämlich die freie Wahl des Wohnorts und der Wohnform, gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Ausbidlung, das Recht in einem integrativen Arbeitsmarkt seinen Lebensunterhalt verdienen zu können und einen gleichberechtigten Zugang zu kulturellem Leben, Freizeitgestaltung und Sport.

 
 

WebsoziCMS 3.5.2.9 - 452791 -

WebSozis

Soziserver - Webhosting von Sozis für Sozis WebSozis
 

Termine

Alle Termine öffnen.

04.12.2017, 16:00 Uhr - 19:00 Uhr Hauptausschuss Haushalt

06.12.2017, 16:00 Uhr - 19:00 Uhr Umweltsenat

08.12.2017, 10:00 Uhr - 19:00 Uhr Plenum (Haushalt)

Alle Termine

 

Counter

Besucher:452792
Heute:31
Online:2