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v.l.: Ute Kubatschka,Maria Haucke,Anja König,Harald Unfried,Ruth Müller,Angelika Graf,Horst Kubatschka

Eröffnung der Wanderausstellung Deutscher Bundestag

Am Sonntag wurde die Wanderausstellung Deutscher Bundestag im City Center Landshut (CCL) eröffnet. Die Ausstellung ist auf Initiative der SPD-Bundestagsabgeordneten Angelika Graf in Landshut noch bis einschließlich Samstag, 11.05.2013 täglich zu sehen. Der Manager des CCL Matthias Grah zeigte sich erfreut in seinem Haus auch die Möglichkeit zu bieten sich politisch zu bilden. Die Landshuter SPD-Vorsitzende Anja König wirbt bei Schulklassen das Angebot von Vorträgen in Anspruch zu nehmen.

Die Bundestagsabgeordnete Angelika Graf wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass die Bürgerinnen und Bürger viele Fragen zur Arbeit des Parlaments zu Recht stellen würden. Sie sei sehr erfreut, dass mit der Wanderausstellung des Deutschen Bundestages nun auch in Landshut die Antworten auf diese Fragen gegeben werden könnten. Es sei wichtig, die Aufgaben und Pflichten des Parlaments und seiner Abgeordneten ins Bewusstsein der Menschen zu rücken, denn nur so würde deutlich wie wichtig unser demokratisches System für jeden einzelnen von uns sei. Das Parlament arbeite nicht nur vor den Wahlen besonders laut, sondern das ganze Jahr über in einer Legislaturperiode - mal lauter, mal leiser und sei immer parteiübergreifend bemüht alle Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Bundesrepublik zu erreichen.
City-Center-Manager Matthias Grah zeigte sich sichtlich erfreut in seinem Hause nicht nur für Einkaufsmöglichkeiten zu sorgen, sondern auch einen Beitrag zur politischen Bildung leisten zu können. "Ich sehe das City Center vor allem auch als Ort der Begegnung und der Information und freue mich sehr, dass wir diese Ausstellung hier präsentieren können", so Grah in seiner Ansprache.

Die SPD-Vorsitzende Anja König führte in ihrer Eröffnungsrede folgendes aus:

Das Bild der Politik und vor allem der Politiker wird oft negativ gezeichnet. Um dieses Bild gerade zu rücken und einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, haben wir die Ausstellung in den Wahlkreis geholt.
In der Politik ist es wie im Fußball: Viele kommentieren von der Tribüne aus, was Trainer oder Spieler hätten besser machen können, aber nur wenige sind bereit, selber aufs Spielfeld zu gehen. Diese Ausstellung soll eine Einladung sein, nicht nur vom Spielfeldrand aus zu kommentieren, sondern selber die Tore zu schießen.
Für ganz wichtig erachte ich diese Ausstellung für Schülerinnen und Schüler, die während der Ausstellungsdauer bis nächsten Samstag die Möglichkeit haben, in einer Schulstunde einen Vortrag von den beiden Honorarkräften des Deutschen Bundestages Frau und Herrn Martin Bayer, die ich ganz herzlich hier in unserer schönen Stadt Landshut Willkommen heiße, kostenlos buchen können. Da Kinder und Jugendliche immer die spannendsten Fragen stellen, werden dies sicherlich auch für Sie beide Highlights werden..
Eine oft geäußerte Kritik ist auch die Abgeordneten seien bei Debatten nicht immer im Plenum anwesend, auch dieses Geheimnis wird hier vor Ort gelüftet und noch viele mehr.
Wir Politiker, egal ob hauptamtlich oder ehrenamtlich sind es den Menschen schuldig, unsere Entscheidungen zu erklären und den Dialog zu führen, nur so können wir der Politikverdrossenheit entgegentreten. Ich hoffe, dass die Ausstellung großen Anklang bei den Bürgerinnen und Bürgern findet.
Es ist uns wichtig, vor allem jungen Menschen zu zeigen, dass Politik etwas ist, das jeden angeht. So wird in der Ausstellung auch gezeigt, dass Politiker nicht nur wie im Fernsehen immer streiten, sondern auch miteinander an Themen in Ausschüssen arbeiteten.
Die Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland spannt sich weit: Von den Bemühungen, Jahrhunderte alte englische Gewohnheiten lernend zu übernehmen, über die Verfassungskämpfe des 19. Jahrhunderts hin zu der ersten echten parlamentarischen Demokratie in den 20er Jahren. Die Diktatur zerschmetterte die demokratischen Ansätze und erst die "Verfassungsväter" (… gab's eigentlich keine "Verfassungsmütter"?) gaben 1949 einen Entwurf ab, der mit den Modifizierungen über deutsche Einheit und wieder gewonnene Souveränität deutlich gesicherten Bestand nachweisen kann.
Sind wir doch einmal ehrlich, wer von uns kennt sich schon genau mit der Geschichte und der Arbeit des deutschen Bundestages so richtig aus. Deshalb bin ich sehr stolz, dass wir, die SPD in Stadt und Landkreis Landshut Ihnen diese Informationen direkt in die Stadt und vor die Nase holen konnten und die hohe Bedeutung dieser Institution für unsere Demokratie zu vermitteln. Eigentlich bedarf es dazu keiner weiteren erläuternden Worte.
Doch möchte ich gerade im Superwahljahr 2013 noch ein paar nachdenkliche Anmerkungen machen:
Mehrere hundert Männer und Frauen vertreten die deutsche Bevölkerung im Bundestag. Seine Funktion und Arbeitsweise wird in dieser Wanderausstellung sehr anschaulich vorgestellt. Die Frauen und Männer im Parlament werden auf Vorschlag der Parteien vom Volke in freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt.
Wie kommt es eigentlich angesichts der heute möglichen Informationsbreite, dass kaum ein Stand heftiger angegriffen und auch regelmäßig ziemlicher Schmähkritik unterzogen wird wie just der der Politiker?
Ich weiß, dass dieser Zustand sehr, sehr vielen Menschen Sorgen bereitet, denn was hat das Land davon, ausgerechnet seine gewählten Vertreter ständig an den Pranger zu stellen?
Warum sinken unsere Wahlbeteiligungen so stark? Bundespräsident Gauck hat bei seiner Antrittsrede unter Bezugnahme auf die ersten freien Wahlen der Volkskammer der DDR am 18.03.1990 (Wahlbeteiligung 90%) gesagt: "Nie werde ich diese Wahl vergessen. - (…) Ich werde niemals, niemals eine Wahl versäumen". Warum ist fast der Hälfte der Bevölkerung diese Sichtweise verloren gegangen? Was ist uns an Vertrauen verloren gegangen? Warum können wir eigentlich mit der Enttäuschung über Politik oder Politiker so schlecht umgehen? Enttäuschung ist doch ein Aufklärungs-Prozess, bei dem Täuschung weggenommen und Wahrheit ans Licht gebracht wird! Stimmen unsere Maßstäbe für den politischen Raum eigentlich noch? Und wo bleibt eine gewisse gegenseitige Toleranz, auch diese Fehler und Schwächen zu ertragen? Was ist aber da mit dem Bild, das gerade in der jüngeren Generation vom Parlamentarismus und von der Politiker-Persönlichkeit gezeichnet wird? Wir sollten sicherheitshalber nicht übersehen, dass die Jugendlichen von heute in 30 / 40 Jahren die Verantwortlichen im Lande sein werden. Ein wesentlicher Grundsatz wird völlig ignoriert: Ernsthaftes und politisch verantwortetes Handeln setzt voraus, auf Dauerbeschuss allein zu verzichten und mit sachlich fundierter Kritik zugleich treffende Verbesserungsvorschläge einzureichen.
Der katholische Sozialreformer Kolping soll es klarer gesagt haben: "Wer immer nur meckert und es nicht besser machen will - noch kann, der ist ein Lump!"
Die den Bundestag tragenden Parteien, letztlich aber wir als die Demokratie tragende Gesellschaft, wir alle müssen uns fragen, wen wir denn am besten in die Parlamente schicken?
"Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und die Beurteilungen über die Dinge."
Das Zitat klingt modern, es stammt aber von einem griechischen Philosophen, der im ersten Jahrhundert nach Christus lebte. Wir leben in einer Demokratie, die sich in der deutschen Geschichte als die beste aller Staatsformen bewiesen hat. Wir leben seit 1945 in einem weitreichenden äußeren und inneren Frieden. Übrigens auch in einem klaren materiellen Wohlstand. Wir haben vielleicht nicht die beste der Welten erschaffen, aber wahrscheinlich eine der am wenigsten schlechten. Dazu tragen nicht zum geringsten die Menschen bei, die sich aus Überzeugung für unsere Demokratie um ein Bundestagsmandat bemühen. Wenn wir das Modell nicht schon hätten, müssten wir es erfinden. Bei aller Kritik: Wir müssen die parlamentarische Staatsform auch pflegen und beschützen. Das setzt Information voraus. Mit der Ausstellung unterstützt der Deutsche Bundestag seit vielen Jahren erfolgreich den Dialog zwischen Abgeordneten und Bürgerinnen und Bürgern. Ich finde, das City Center mitten in unserer schönen Stadt, ist für diese Ausstellung besonders gut geeignet. Sie wurde bewusst in ein Haus der Begegnung, das für alle Bürger zugänglich ist, gestellt. Begegnung und Information können hier in gelungener Weise miteinander verbunden werden.
Es ist mir dabei ein großes Anliegen, dass insbesondere unsere Lehrerinnen und Lehrer diese Ausstellung als Angebot wahrnehmen und unseren Schülerinnen und Schülern zum Beispiel im Rahmen des Politikunterrichts - die Arbeit unseres Parlamentes auf so anschauliche Art und Weise näher bringen.

 
 

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