25. Jahrestag der Friedlichen Revolution

Veranstaltungen

60 Jahre Bund der Berliner Freunde Berlins in Landshut

Am Samstag, 08.11.2014 trafen sich die Mitglieder und Freunde des Vereins Bund der Berliner am Mauer-Denkmal  in der Münchnerau um an die Ereignisse vor 25 Jahren zu erinnern. Der Vorsitzende des Vereins Frank Domakowski begrüßte die anwesenden Mitglieder des Vereins, sowie die geladenen Gäste aus der Landshuter Kommunalpolitik. Leider wurde die Veranstaltung von der Landshuter Bevölkerung nicht so angenommen, wie es sich die Vorstandschaft des Vereins gewünscht hätte. Nur einige wenige Interessierte verliefen sich am frühen Samstagvormittag zur Veranstaltung in der Münchnerau. 

In einem Grußwort wünschte die Abgeordnete, des Landtags der SPD Ruth Müller, dem Verein für die Zukunft alles Gute. Das Grußwort des Landshuter Oberbürgermeisters Hans Rampf wurde stellvertretend vom Vereinsmitglied und SPD Stadträtin Anja König überbracht. In dem Grußwort übermittelte Sie neben den Geburtstagswünschen zum Vereinsjubiläum, auch Ihre persönlichen Erinnerungen an den Mauerfall vor 25 Jahren. Denn ohne Öffnung der Mauer, dem wohl glücklichsten Moment in der jüngeren Geschichte Deutschlands, würde die gebürtige Thüringerin heute nicht die Grüße des Stadtrates überbringen können. Frank Domakowski verlas das Grußwort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, in dem er dem Verein zu dieser Veranstaltung, die herzlichsten Grüße aus der Hauptstadt übermittelte.

Ein zweites Grußwort verlas die 2. Vorsitzende Ilonka Zwack von Rainer Eppelmann, dem Vorstandsvorsitzendenden der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED Diktatur. In seinem Grußwort drückte er seine Freude besonders darüber aus, das der Bund der Berliner und Freunde Berlins in Landshut, mit dieser Veranstaltung an den Mauerfall 1989 und der Friedlichen Revolution in der DDR erinnerte.

Frank Domakowski erinnerte in seiner Rede an die Zeit in der DDR von den frühen 1980 Jahren an. Welche Ausgangssituation in der DDR herrschte, die dann im Jahre 1989 dazu führte, das die Bevölkerung den Fall der Mauer bewirkte. Die Massenfluchtbewegung die über die österreichisch-ungarische Grenze und den bundesrepublikanischen Botschaften, die ab dem Spätsommer 1989 einsetzte. Zuerst war die Reisefreiheit die Hauptforderung der Demonstranten. Diese ist für unsere heutige globalisierte Gegenwart kaum noch nachzuvollziehen, führte aber zum Umsturz des politischen Systems und zur Maueröffnung. Ab Herbst des Jahres 1989 wurden die Proteste mit den Montagsdemonstrationen besonders in Leipzig immer stärker. Der Höhepunkt am 23.10.1989, in Leipzig wurden ca. 320000 Teilnehmer bei den Demonstrationen gezählt, bevor dann am 09.11.1989 die Mauer fiel.

 

Seit 60 Jahren in Landshut

Was mal mit  einem Stammtisch der Landshuter Berlinfreunde 1953 entstand, 1954 dann zum „Bund der Berliner“ wurde, in den 60er Jahren kam dann auf Initiative von Willy Brandt der Namenszusatz „Freunde Berlins“ hinzu, feiert nun seinen   60. Geburtstag. So kam es zur Gründung vor 60 Jahren. Zahlreiche Unternehmen u.a. Firma Roederstein und SEL Lorenz sind nach dem Krieg aus Berlin abgewandert. Der junge Verein gab den „Zugezogenen“  eine Neue Heimat.  Neben der Heimat und Brauchtumspflege übernahm man auch humanitäre Aufgaben. Die „Kinderlandverschickung“ war geboren. Viele Berliner Kinder fanden einen Ferienplatz in Landshut, fernab der politischen Spannungen.

Nach dem Bau der Mauer, im Jahr 1961, wollte man den am härtesten betroffenen, nämlich den Kindern,  Erholungsplätze in Westdeutschland  anbieten. Es hieß damals: um der geistig seelischen Erziehung, die unbedingt für die Entwicklung der Kinder für ein normales Aufwachsen wichtig sei. Gelegentlich einige Wochen  in einer „räumlich unbegrenzten und politisch etwas entspannteren  Atmosphäre“  zu verbringen, in Niederbayern. Später, nach der massiven Teilung durch die Mauer und dem Inseldasein Berlins, habe sich der Aufgabenbereich auch auf die finanzielle Hilfe und der Paketverschickung in den anderen Teil Deutschlands verlagert.

Natürlich kam auch der politische Wille mit der Bundesvereinigung, die Politiker immer daran zu erinnern Berlin nicht untergehen zu lassen, dazu. Das „ Nicht zu vergessen“ wurde mit den Berlinreisen, die der Verein organisierte, auch persönlich unterstrichen. „Die Mauer ist gegen die Menschen“ Sie hat Geschichte gemacht und Sie werde Geschichte machen, solange Sie steht. Aber die Mauer sei gegen die Natur,  gegen den Menschen und gegen das Leben. Deshalb vertrauen wir auf den Wert und Sinn unseres Zieles  die Teilung zu überwinden und Sie erträglich zu machen  solange Sie steht. Bei der 30 Jahrfeier des Vereins sagte Senatsdirektor Haase 1984 in Landshut folgenden Satz: Die Mauer erinnere täglich daran, dass die Stadt, das Land und der Kontinent geteilt seien und ohne das sie es wolle, beweise sie täglich,  das die Menschen hüben und drüben zusammen gehören.  „Die Mauer wird kein Bestand haben“ Die Freiheit und die Würde des Menschen verpflichten uns, Sie werden sich stärker erweisen, Berlin sei eine nationale und keine nationalistische Aufgabe sondern eine Gemeinschaftsaufgabe. Eine Aufgabe der sich der Bund der Berliner in besonderer Weise engagiert und widme. 

1989 war es politisch soweit, die Mauer fiel. Der Bundesverband wurde 1998 aufgelöst. In Bayern existiert heute noch der Bund der Berliner in Weiden und in Hof. Der Verein Bund der Berliner in Landshut existiert weiter in Landshut und versteht sich immer noch als Botschafter Berlins in Landshut, um seinen Mitglieder und Freunden, neben der Heimat- und Brauchtumspflege, auch die heute facettenreiche Hauptstadt Berlin mit seiner Kultur und den vielen Ansichten der unterschiedlichen Bezirke bei den Berlinreisen näher zu bringen. 

Zukunft des Vereins

Der Aufbau einer historischen Brauchtumsgruppe „Alt Berlin um 1900“  und der  „Kinderlandverschickung“ neues Leben einzuhauchen, jetzt auch in anderer Richtung, nämlich Landshuter Kindern Berlin zu zeigen,  sind die kommenden Aufgaben  des Landshuter Vereins.

Nach dem offiziellen Teil wurden die Gäste vom Drehorgel – Bernd Barrein musikalisch mit Berliner Liedern unterhalten. Und nebenbei konnte man sich  die Currywurst mit Schrippe bei sonnigen Novembertemperaturen schmecken lassen.

Wenn Sie die Ziele des Vereins mit einer Spende unterstützen möchten, besonders die geplanten Reisen für Kinder und Jugendliche, auch für Kinder deren Eltern aus finanziellen Gründen sich diese Reisen nicht leisten können, so überweisen Sie auf die Kontonummer 1101366 bei der Sparkasse Landshut BLZ 74350000. Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden. 

Haben Sie Interesse für die Historische Gruppe „Alt Berlin“, dann können Sie sich hierfür auch beim Verein bewerben. Informationen und Neues auch auf der Webseite des Vereins  www.bund-der-berliner.com

Grußwort Stadträtin Anja König:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Frank Domakowski,

sehr geehrter Herr Vorstandsvorsitzender der Spardabank Georg Thurner,

sehr geehrte Damen und Herren und des Stadtrates,

Sehr geehrte Gäste,

ich möchte als aller erstes die Grüße unseres Herrn Oberbürgermeisters und des gesamten Landshuter Stadtrates überbringen, dem Bund der Berliner alles Gute zum 60-jährigen Bestehen wünschen und mich ganz herzlich für die Einladung zu dieser Veranstaltung bedanken. Ich bin sehr froh und auch ein bisschen stolz darüber, dass gerade ich heute hier stehe und als Mitglied des Landshuter Stadtrates ein paar Worte an Sie richten darf, denn ohne den Mauerfall vor 25 Jahren würde ich gar nicht hier sein. Am 09.November 1989 wurde die Welt Zeuge eines nicht für möglich gehaltenen Ereignisses: die Öffnung der Mauer, die Deutschland, Europa und die Welt teilte. Die Mauer fiel über Nacht und ohne Gewalt. Zuerst gingen Hunderte, dann Tausende und schließlich Hunderttausende im Herbst 1989 auf die Straße. Sie legten die Angst vor Drohungen und Repressionen ab und leiteten mit friedlichem Protest das Ende des SED-Regimes, der Diktatur, der Gängelung und Entmündigung ein. Die Freude darüber bleibt lebendig bis heute.  Der Fall der Mauer und die deutsche Einheit  werden in Deutschland immer Symbole für den Freiheitswillen und ein geeintes und friedliches Europa sein.

Der Mauerfall war der vielleicht glücklichste Moment der jungen Geschichte der deutschen Demokratie und wir alle können stolz darauf sein, ein Teil dieses Moments gewesen zu sein.

25 Jahre nach dem Mauerfall ist noch viel zu tun, viel Unrecht aufzuarbeiten. Diese Verantwortung haben wir alle mit der Wiedervereinigung übernommen.

Der morgige Tag soll uns aber auch mahnen, uns auf die Chancen und Perspektiven zu besinnen, die sich damals für Deutschland und Europa eröffneten. Die deutsche Einheit ging mit dem Versprechen einher, zu einem Zustand des Friedens in Europa beizutragen. Heute können wir sehen, dass diese besondere Verantwortung unseres Landes für den Frieden in Europa erneut gebraucht wird, um das Zurückfallen in Denk- und Handlungsmuster des Kalten Krieges zu verhindern.

Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR wurden in den alten Bundesländern vor und nach dem Mauerfall mit offenen Armen empfangen, das konnte ich am eigenen Leibe verspüren und wir fühlen uns auch wohl hier. Über Ungarn sind damals über 25.000 Menschen in die alten Bundesländer geflohen. Die Bürgerinnen und Bürger der alten Bundesländer haben sich stets bemüht zu verstehen, dass ein Wechsel aus Lebensumständen, in denen man alles vorgeschrieben und vorgekaut bekommen hat, in eine Leistungsgesellschaft wie sie hier vorherrscht nicht einfach sein kann. Aber Ossis und Wessis sind zusammengewachsen und kommen sehr gut miteinander aus.

Nun kommen andere Flüchtlinge zu uns, die aus viel schlimmeren Lebensumständen kommen, die zum Teil in ihrem ganzen Leben noch keinen Tag ohne Angst um ihr Leben verbringen konnten. Die einfach eine Chance zum Leben brauchen. Und hier wünsche ich mir, dass wir diesen Menschen genauso begegnen  und dass dieses Stück Mauer hier uns stets daran erinnert und Ansporn dafür ist, konsequent für Frieden und Freiheit in ganz Europa, ja auf der ganzen Welt einzustehen. Ich danke dem Bund der Berliner und ihrem Vorsitzenden Frank Domakowski ganz besonders, dass ihr dieses Stück Vergangenheit hierher geholt habt und der Spardabank, insbesondere dem Vorstandsvorsitzenden, Herrn Thurner, dass Sie diese Unternehmung gesponsert und hier auf ihrem Grundstück aufgestellt haben.

Es soll uns immer daran erinnern, wie es gelingen kann, Diktaturen friedlich zu überwinden und demokratische Gesellschaften aufzubauen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 
 

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